Der „Entourage-Effekt“ besagt, dass ein Pflanzenstoffgemisch eine höhere biologische Aktivität besitzt und optimale Synergie-Effekte bietet. Diese Wirkungsverstärkung kann insbesondere durch Terpene positiv beeinflusst werden.

Obwohl sich die Naturheilpflanze Hanf aufgrund seiner vielseitigen und positiven Einsatzmöglichkeiten zurzeit immer größerer Beliebtheit erfreut, wissen viele noch nicht, was das Einzigartige dieser Pflanze ausmacht und welche Stoffgruppen - neben den Cannabinoiden (wie CBD etc.) noch von Bedeutung sind. Hier kommen besondere organische Verbindungen ins Spiel. Terpene! Überwiegend „Nicht-Cannabinoide“ - Inhaltsstoffe der Pflanze welche CBD im positiven Sinne modifizieren. Besonders in ätherischen Ölen der Hanfpflanze vorkommend und maßgeblich für den Geruch und Geschmack verantwortlich.

Die Hanfpflanze und ihre Inhaltsstoffe

Mit der Hanfpflanze werden schnell CBD (Cannabidiol) und THC (Tetrahydrocannabinol) in Verbindung gebracht – CBD ist hierbei sicherlich ein „big player“ ohne psychoaktive Effekte und dahingehend auch immer mehr in das Interesse der Öffentlichkeit, der Forschung und der komplementären Lehre gerückt. Aber in der Pflanze steckt noch so viel mehr. Auch andere Bestandteile sollten genauer unter die Lupe genommen werden, denn vor allem deren Zusammenspiel ist nicht zu verachten.

Mehr als 600 Inhaltsstoffe der Cannabispflanze sind bekannt. Davon über 200 Terpene, mehr als 100 Cannabinoide, 50 Hydrocarbone und über 200 sonstige biochemische Verbindungen wie beispielsweise Flavonoide. Neben den Cannabinoiden heben sich insbesondere die Terpene hervor [1]. Somit sind sicherlich mehr als 500 Inhaltsstoffe im Hanf vorkommend, zum überwiegenden Teil Nicht-Cannabinoide. Zuerst nicht im Rampenlicht von Untersuchungen stehend, gewinnen insbesondere die Terpene an großer Bedeutung und resultieren in einem eigenen Forschungsgebiet [2].

Inhaltsstoffe der Hanfpflanze

In diesem Magazinartikel werden wir uns daher die wichtigsten und gängigsten Terpene näher ansehen, deren Merkmale identifizieren und schließlich das Zusammenspiel der Terpene mit CBD – den sogenannten Terpen-Entourage-Effekt – behandeln.

Definition Terpene

Terpene sind sehr häufige organische Verbindungen, die von vielen Pflanzen und Tieren gebildet werden und als biosynthetische Zellbotenstoffe fungieren. Wussten Sie? Auch viele Hormone, wie beispielsweise Östrogene, sind Terpene und haben die gleiche organisch-chemische Grundstruktur [3].

Terpene werden häufig auch als Terpenoide bezeichnet. Der Oberbegriff Terpenoide fasst alle Substanzen zusammen, welche Terpene als Bausteine enthalten. Darunter fallen zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe wie Bitterstoffe, Carotinoide, Saponine, Steroide etc. Auch Cannabinoide haben in diesem Sinne terpenoiden Charakter [2].

Terpene bilden mit ca. 15.000 Äquivalenten die größte Gruppe von chemischen Substanzen in der Pflanzenwelt [4].

Je nach Anzahl der vorhandenen Kohlenstoffatome wird zwischen folgenden Terpenverbindungen unterschieden:

  • Hemiterpene
  • Monoterpene
  • Sesquiterpene [2].

Terpene sind hierbei für verschiedenste Aufgaben im Pflanzenorganismus verantwortlich: Beispielsweise lockt die Pflanze so Insekten im Sinne der Bestäubung an aber auch mögliche Schädlinge wie Insekten, Bakterien und Pilze werden durch Terpenoide „gewarnt“ und abgewehrt. Somit dienen diese in erster Linie der Kommunikation – welche wir auch mit der Nase wahrnehmen können [5]. So ist das Monoterpen Menthol charakteristisch für den Duft der Pfefferminze.

Cannabinoide und Terpene im Zusammenspiel

Früher ging man in erster Linie davon aus, dass Terpene vor allem als Duft- sowie Aromastoffe in der Hanfpflanze dienen, heute wird dies bereits differenzierter betrachtet.

In einer Studie (1964) identifizierte der israelische Forscher Raphael Mechoulam CBD und THC als die beiden Hauptwirkstoffe von Cannabis. Später stellte dieser und auch andere Forscher aber fest, dass die beiden Cannabinoide nur einen Teil der Wirkung ausmachten: Auch andere Cannabinoide aber insbesondere die Terpene beeinflussen die Wirkung. Sie nannten dies Entourage-Effekt [5].

Hergeleitet wurde der Begriff „Entourage“ aus dem Französischen und bedeutet „Umgebung, Umkreis“. Damit gemeint sind Leute, die zum engen Umfeld einer Person gehören und die Gefolgschaft bilden.

Die Bezeichnung „Entourage-Effekt“ stammt somit aus der Cannabis–Forschung und besagt, dass ein Pflanzenstoffgemisch eine höhere biologische Aktivität besitzt, als die isolierte Reinsubstanz selbst. Die Hanfpflanze besitzt eine Vielzahl von Phytocannabinoiden und Terpenen was beim sogenannten Entourage- oder Synergie-Effekt eine entscheidende Rolle spielt. Durch die Kombination verschiedener Cannabinoide mit Terpenen wird eine optimiertere Wirkung erzielt, wodurch die Zufuhr von Cannabidiol in bereits moderaten Dosierungen herausragende gesundheitliche Ergebnisse erzielt. Diese Wirkungsverstärkung kann schon durch den Erhalt gewisser Pflanzenstoffe, insbesondere der Terpene und weiterer Phytocannabinoide, erreicht werden [6].

Terpene modifizieren die Wirkung der Cannabinoide indem Sie

  • die Aufnahme von CBD (und THC) verbessern
  • eventuelle Nebenwirkungen mildern
  • die Verfügbarkeit im Körper regulieren
  • Wirkungen verstärken und
  • Bakterielle Schutzmechanismen überwinden [5].

Terpene in der Hanfpflanze

In der Hanfpflanze selbst wurden bereits über 200 Terpene nachgewiesen. Jede einzelne Pflanze verfügt über spezielle Terpen-Kombinationen – bei derselben Sorte von Cannabis ist diese aber ähnlich. Diese Terpene sind Öle, welche von den Drüsenhaaren der Hanfpflanze ausgeschieden werden und sind maßgeblich für den Geruch und den Geschmack verantwortlich. Der typische „Hanfgeruch“ stammt nämlich nicht von CBD oder gar THC, es sind die Mono- und Sesquiterpene welche sich in den ätherischen Ölen von Cannabis finden und den besonderen Duft ausmachen. Wenn wir also den charakteristischen Duft von Cannabis wahrnehmen liegt dies an den Terpenen, welche wir riechen können.

Mehr als 200 Terpene finden sich in der Cannabispflanze

Folgenden Cannabis-Terpenen werden additive, synergistische oder antagonistische Wirkungen zugeordnet:

  • Mycren
  • Limonen
  • Alpha-Pinen
  • Linalool
  • Βeta-Caryophyllen

Mycren

Das mit Abstand am häufigsten vorkommende Terpen in der Hanfpflanze ist Mycren. Mit bis zu 60%-Anteil in ätherischen Ölen existierend, besticht es durch sein erdiges und kräuterartiges Aroma, ähnlich jenem von Nelken. Viele andere Pflanzen enthalten Mycren wie zum Beispiel Hopfen, Zitronengras, Lorbeerblätter, Eisenkraut, Eukalyptus, wilder Thymian, Ingwer, Weihrauch oder Zitronengras.

Dem Entourage Effekt mit Mycren sind durch einige Forschungen auf diesem Gebiet schlaffördernde, schmerzstillende, entzündungshemmende und beruhigende Eigenschaften zuzuschreiben [5]. Hierbei sind Mycren in erster Linie ein natürliches Insektizid, das von Pflanzen zur Abwehr eingesetzt wird.

Limonen

Das Monoterpen Limonen hat ein starkes zitrusartiges Aroma wie es bei Orangen, Limetten und Zitronen vorkommt. Das ätherische Öl der Orange besteht sogar aus 90% Limonen, jenes der Zitrone im Vergleich aus 65%. Ebenso lassen sich die Limonen auch in Kümmel, Dill, Koriander und Wacholder finden. Hauptsächlich in Lebensmittel und Parfüms eingesetzt entfaltet es auch seine Kraft im herkömmlichen Zitrusreiniger.

Limonen können im Zusammenspiel mit CBD zu einer Reihe von Entourage-Effekten führen. Besonders zur Herstellung der inneren Balance und um die Stimmung zu steigern [3].

Βeta-Caryophyllen

Dieses Terpen hat einen scharfen und pfeffrigen Geruch und ein würziges, holziges Aroma. So ist sein Vorkommen auch in folgenden Pflanzen zu finden:

  • Schwarzer Pfeffer
  • Nelken
  • Zimt
  • Kümmel
  • Basilikum

Aufgrund seiner starken Interaktion mit CB2-Rezeptoren kann es sogar als Cannabinoid mit großem therapeutischem Potential angesehen werden und kann bei Magenthematiken, entzündlichen Erkrankungen der Haut und des Bewegungsapparates hilfreich sein [5].

Pinen

Pinen zählt zu einem weit verbreiteten Terpen in der Pflanzenwelt. Es kommt in Nadelhölzern (Fichte, Tanne etc.) und zig anderen Pflanzen vor und erinnert an den Duft von Nadelbäumen. Das Terpen wird mit einer entzündungshemmenden, bronchienerweiternden Wirkung verbunden und kann die Gedächtnisleistung steigern [5].

Linalool

Das prominente ätherische Öl – auch im Lavendel zu finden – besitzt florale und lavendelfarbene Untertöne: süßlich und blumig. Linalool ist unter anderem auch im Koriander, Hopfen, Muskat, Ingwer, Zimt, Majoran, Thymian, Basilikum und Lavendel zu finden. Mücken und Motten mögen den Duft schon gar nicht – ein natürlicher Inhaltsstoff in Mückenstichmitteln aber auch Mottenkugeln. Der gesundheitliche Nutzen: Forschungen haben gezeigt, dass Linalool angstlösende und entspannende Effekte haben kann [4].

Cannabis-Terpene mit besonderer Wirkung

Neben den 5 gängigsten Terpenen sind folgende ebenso in der Cannabispflanze vertreten:

  • Terpineol ein Flieder- und Blumenblütenaroma
  • Delta-3-Karen in ätherische Öle wie Zypressenöl, Wacholderbeerenöl und Tannennadeln
  • Terpinolen – die Terpe aus Salbei und Rosmarin
  • Phellandren - Pfefferminzduft und leichter Hauch von Zitrusfrüchten
  • Humulen - Pfeffer- und Dillöl
  • Nerolidol aus dem Ingwer und aus Citronella
  • Alpha-Bisabolol kommt in der Kamille vor
  • Beta-Elemen aus der Zitwerwurzel (einer Art Ingwer)
  • Alpha-Eudesmol besitzt einen süßen, holzigen Geruch
  • Valencen aus der Valencia-Orange mit Zirtusaromen [3].

Aromatherapie

In der Aromatherapie finden ätherische Öle ihren Einsatz und stehen im Fokus. Sie ist eine der sanftesten und vielseitigsten Lehren. Übersetzt bedeutet Aromatherapie die Behandlung „mit Hilfe von Düften“. Es ist aber nicht von Parfums oder synthetischen Duftstoffen die Rede. Hierbei handelt es sich um naturreine Öle von therapeutisch wirksamen Pflanzen. Gewonnen werden die wertvollen Öle aus verschiedenen Teilen der Pflanzen. Von Blättern, Blüten, Samen, Früchten bis hin zu Wurzeln und Zweigen von Pflanzen.

Aromatherapie als besondere Form der Kräuterheilkunde.

Wie bei den gängigsten Terpenen aus der Hanfpflanze bereits ersichtlich, können ätherische Öle auch aufgrund deren desinfizierenden und insektenabweisenden Effekte im Haushalt eingesetzt werden.

Ätherische Öle wirken über den Duft und eignen sich ideal zur Raumbeduftung, Kräuter- und Blütenbäder, für die Inhalation sowie zur Herstellung natürlicher Massageöle.

Duftlampen

Am beliebtesten sind hier Duftlampen. Diese werden entweder mit Teelichtern oder elektrisch betrieben und kommen in geschlossenen Räumen zur Anwendung. Hierfür tropfen Sie das ätherische Öl in Wasser. Die Duftlampen eignen sich vor allem, um Emotionen zu wecken und das Wohlbefinden zu steigern.

Raumbeduftung in der Aromatherapie

Therapie mit der ganzen Pflanze

Die Vielzahl an Inhaltsstoffen einer Hanfpflanze und die Veranschaulichung der großen Menge an Terpenen und Cannabinoiden sowie deren gegenseitige Unterstützung zeigt, dass die Verwendung der ganzen Pflanze die stärkste und wirkungsvollsten Ergebnisse mit sich zieht. Die Summe aller Teile, welche beim Entourage-Effekt zusammenwirkt, ist größer als die einzelnen Teile [3].

Terpene und Cannabinoide unterstützen sich

Das perfekte CBD-Öl

Die Herausforderung bei der CBD-Produktion ist es spezielle Extrakte und CBD-Öle herzustellen:

  • Welche ausreichend Terpene zwecks Entourage-Effekt enthalten
  • In welchen das Cannabidiol vollständig decarboxyliert und in seiner aktiven Wirkform vorliegt
  • Welche frei von THC sind.

Die CBD VITAL Naturextrakte Premium enthalten all diese Merkmale. Durch eine spezielle „Super-Soft-Extraktion“ werden die hochwertigsten und besten Inhaltsstoffe schonend und natürlich herausgefiltert. Die Cannabinoide werden mit der Vielzahl an Terpenen kombiniert, dadurch eine optimierte Wirkung erzielt.

Vorsicht bei Katzen

So gut die Aromaöle und Terpene für den Menschen sind, für Fellnasen und insbesondere Katzen sind sie es nicht. Zwar sollen nicht alle ätherischen Öle bzw. Aromastoffe gleichermaßen gefährlich sein, aber beispielsweise Zimt, Thymian, Teebaumöl, Pfefferminz, Lavendel und Oregano können für Katzen toxisch sein. Generell gilt es, den Kontakt von Katze und Aromaölen/Terpenen zu vermeiden. Wer seinem Stubentiger dennoch etwas Gutes tun will, kann auf die speziell hergestellten CBD VITAL VET Öle zurückgreifen. So sind unsere Bio Öle frei von Terpenen und THC und zeichnen sich durch einen besonders milden Geschmack aus.

Quellen

[1] Dr. med. P. Brauer (2018) Therapeutikum Cannabis und Post-Polio-Syndrom. Download vom 19.08.2020 von [Quelle]

[2] M. Frankhauser & D. Eigenmann (2020) Geschichte-Praxis-Perspektiven. Cannabis in der Medizin. Nachtschattenverlag: Solothurn.

[3] L. Leinow & J. Birnbaum (2019) Heilen mit CBD. Das wissenschaftlich fundierte Handbuch zur medizinischen Anwendung von Cannabidiol. riva Verlag: München.

[4] F. Grotenhermen, M. Berger & K. Gebhardt (2017) Cannabidiol CBD. Ein cannabishaltiges Compendium. Nachtschattenverlag: Solothurn.

[5] A. Wanitschek & S. Vigl (2018) Cannabis und Cannabidiol (CBD) richtig anwenden. Wirkungsweisen und Behandlungsmethoden verständlich erklärt. humboldt Verlag: Hannover.

[6] I. Pleyer, M. Hlatky & P. Hlatky (2019) Verlagshaus der Ärzte: Wien.

Katharina Ortner, BSc, MA

Autor

Katharina Ortner, BSc, MA

Katharina Ortner, BSc, MA hat Gesundheits- und Pflegewissenschaften sowie Gesundheitsmanagement studiert und 2011 ihren Master mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen. Die Gesundheitsförderung und insbesondere alternativen und komplementären Methoden im Healthcarebereich beschäftigen sie sowohl beruflich als auch ...